Wie beeinflussen Rehe, Hirsche und Co. die Entwicklung unserer Wälder? Welche Baumarten können sich natürlich verjüngen und wie hoch sind die Wildbestände tatsächlich? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Forschungsprojekt „Wald mit Wild“ (WaMWi), das vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft durchgeführt wird.
Im Rahmen des Projekts werden in 20 Projektgebieten in ganz Österreich umfangreiche Erhebungen durchgeführt. Eines der Projektgebiete befindet sich in der Gemeindejagd Irschen und der Eigenjagd Tobel (siehe Karte).
Die Untersuchungen bestehen aus zwei Schwerpunkten. Zum einen wird die Waldverjüngung erhoben. Dabei wird untersucht, welche Baumarten im Wald nachwachsen und in welchem Ausmaß junge Bäume durch Verbiss beeinflusst werden. Zusätzlich werden verschiedene Standortfaktoren wie Höhenlage, Hangneigung oder Exposition erfasst. Auch die Zusammensetzung des bestehenden Waldes sowie die Lebensraumeignung für Wildtiere werden berücksichtigt. Die Erhebungen erfolgen nach einer österreichweit einheitlichen wissenschaftlichen Methode und ermöglichen eine detaillierte Beurteilung der Situation auf Revierebene.
Zum anderen werden die Wildbestände mithilfe von Wildkameras untersucht. Dafür werden in jedem Projektgebiet rund 25 Kameras für zwölf Monat installiert. Die Kameras liefern Informationen über vorkommende Wildarten, deren Verteilung im Gebiet sowie über Alters- und Geschlechterstrukturen der Populationen. Die gewonnenen Daten helfen dabei, die tatsächliche Wilddichte besser einzuschätzen und bilden eine wertvolle Grundlage für das zukünftige Wildstandsregulierung.
Die waldökologischen Erhebungen beginnen voraussichtlich am 03.08.2026. Die wildökologischen Untersuchungen mittels Wildkameras starten im Herbst. Die Grundeigentümer jener Flächen, auf denen Kamerastandorte vorgesehen sind, werden vorab von der Gemeinde informiert und um ihr Einverständnis gebeten. Sämtliche Erhebungen werden schonend durchgeführt und hinterlassen keine dauerhaften Spuren im Wald. Aufgrund des systematischen Stichprobenrasters können einzelne Erhebungspunkte auch außerhalb von Waldflächen liegen. Äcker, Wiesen und Gärten werden dabei jedoch nicht betreten. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt ausschließlich auf Ebene des gesamten Projektgebiets. Rückschlüsse auf einzelne Grundstücke oder Standorte sind nicht möglich.
Nach Abschluss des Projekts erhalten die beteiligten Waldbewirtschaftenden sowie Jagdausübungsberechtigten einen ausführlichen Ergebnisbericht. Damit steht eine objektive Datengrundlage zur Verfügung, die helfen kann, gemeinsame Herausforderungen im Spannungsfeld von Waldbewirtschaftung und Wildstandsregulierung besser zu verstehen und nachhaltige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.